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Zyklus Blog

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Gender Data Gap – warum der Weltfrauentag noch immer wichtig ist

Am 8. März ist International Women’s Day – ein Tag, an dem weltweit für die Gleichstellung von Frauen und Männern eingestanden wird. Trotz vieler Fortschritte zeigt sich jedoch: Gleichberechtigung ist noch lange nicht erreicht.

Eine internationale Studie von Ipsos in Zusammenarbeit mit dem Global Institute for Women’s Leadership am King’s College London, bei der rund 23.000 Menschen in 29 Ländern befragt wurden, zeigt ein überraschendes Ergebnis: Besonders unter jungen Männern der Generation Z halten sich traditionelle Rollenbilder. 57 % der Gen-Z-Männer glauben, Gleichstellung sei bereits so weit fortgeschritten, dass heute Männer diskriminiert würden.

Ein Blick in die Realität – insbesondere in die Medizin – zeigt jedoch ein anderes Bild.

Frauen und Gesundheit

Der Gender Data Gap in der Medizin

In vielen Bereichen unserer Gesellschaft gilt der männliche Körper noch immer als Standard. Dieses Problem wird als Gender Data Gap bezeichnet: systematische Datenlücken entstehen, weil Frauen und geschlechtsspezifische Unterschiede lange Zeit kaum in Forschung und Medizin berücksichtigt wurden.

Auch in klinischen Studien waren Frauen über Jahrzehnte unterrepräsentiert. Ein Grund dafür war, dass der weibliche Zyklus als „Störfaktor“ galt. Hormonelle Schwankungen wurden als methodisches Problem gesehen, weshalb viele Studien bevorzugt mit männlichen Probanden durchgeführt wurden.

Hinzu kam eine regulatorische Entscheidung: Zwischen 1977 und 1993 schloss die U.S. Food and Drug Administration Frauen im gebärfähigen Alter aus frühen klinischen Studien aus. Diese Praxis prägte die medizinische Forschung weltweit über viele Jahre.

Erst spät wurde gegengesteuert

Erst in den letzten zwei Jahrzehnten wurde gesetzlich festgelegt, dass Frauen in Studien angemessen berücksichtigt werden müssen.

Seit 2004 schreibt das Arzneimittelgesetz (Deutschland) vor, dass Frauen entsprechend ihrem Anteil an einer Erkrankung in klinischen Studien vertreten sein müssen und geschlechtsspezifische Unterschiede untersucht werden sollen.

Auch die EU-Verordnung über klinische Prüfungen von 2022 fordert, dass Studienpopulationen die tatsächliche Patient:innengruppe realistisch widerspiegeln.

Die Folgen für Frauen

Die historische Datenlücke wirkt bis heute nach. Frauen erhalten teilweise:

  • weniger treffsichere Diagnosen
  • Medikamentendosierungen, die ursprünglich für Männer entwickelt wurden
  • eine medizinische Versorgung, die ihre spezifische Physiologie nicht ausreichend berücksichtigt

Dabei gilt: Frauen sind keine „kleinen Männer“. Unterschiede in Hormonen, Stoffwechsel und Krankheitsverläufen spielen eine wichtige Rolle für Diagnose und Behandlung.

Der Weltfrauentag erinnert deshalb nicht nur an gesellschaftliche Gleichstellung, sondern auch an eine zentrale Frage der Gesundheitsversorgung: Medizin kann nur dann für alle funktionieren, wenn Frauen in Forschung, Daten und Studien sichtbar sind.

Fazit:

  • Der Gender Data Gap führt dazu, dass Frauen in der medizinischen Forschung lange unterrepräsentiert waren – mit spürbaren Folgen für Diagnosen, Therapien und Medikamentendosierungen.
  • Erst seit wenigen Jahrzehnten verpflichten Gesetze und Studienrichtlinien dazu, Frauen angemessen in klinische Forschung einzubeziehen.
  • Eine geschlechtersensible Medizin ist entscheidend für bessere Gesundheitsversorgung – denn Frauen sind keine kleinen Männer.

3 Fakten aus dem Gender Data Gap*:

Quellen: https://www.watson.ch/leben/international/464139711-studie-gen-z-maenner-sind-konservativer-als-ihre-grossvaeter, https://pharma-fakten.de/news/947-geschlechterunterschiede-in-der-klinischen-forschung/ , https://www.meduniwien.ac.at/web/ueber-uns/news/2024/news-im-maerz-2024/frauen-leben-deutlich-laenger-in-schlechter-gesundheit-als-maenner/

 

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