In diesem Blog dreht sich alles um deinen Zyklus, dein Wohlbefinden und deine Karriere. Wir liefern dir Informationen, die auf aktuellen Studien und zahlreichen Gesprächen mit Expert*innen basieren.
Wir leben doch in einer aufgeklärten Gesellschaft. Oder?
Sobald das Thema weiblicher Zyklus oder Menstruation zur Sprache kommt, werden viele Gesichter plötzlich rot, Stimmen leiser – und die Tabukiste wird ausgepackt. Obwohl der weibliche Zyklus ein natürlicher Teil des Lebens von Milliarden Frauen ist, ist er noch immer mit Scham, Unwissen und Abwertung behaftet.
Am 20.01., dem Tag der Akzeptanz, feiern wir Vielfalt und Diversität. Für mich gehört dazu ganz klar auch der weibliche Zyklus. Female Empowerment bedeutet nicht, gleich zu sein – sondern Unterschiede anzuerkennen und wertzuschätzen. Und ja: Der Zyklus ist einer dieser Unterschiede.
Den eigenen Zyklus akzeptieren – ein oft unterschätzter erster Schritt
Viele Frauen haben Schwierigkeiten, ihren eigene Zyklus zu akzeptieren – vor allem dann, wenn Schmerzen, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung auf dem Programm stehen. In solchen Momenten wird der Zyklus schnell zum Feind erklärt:
„Ich wünsche mir meine Periode einfach weg.“
Der weibliche Zyklus begleitet Frauen über einen Zeitraum von etwa 30 bis 40 Jahren. Ihn in dieser Zeit als etwas Störendes oder Unerwünschtes zu betrachten, bedeutet, über Jahrzehnte gegen den eigenen Körper zu arbeiten. Akzeptanz heißt dabei nicht, Schmerzen zu ignorieren. Vielmehr geht es darum, den Körper mit all seinen Phasen wahrzunehmen, seine Signale ernst zu nehmen und anzuerkennen, dass Energie, Fokus und Bedürfnisse nicht jeden Tag gleich sind. Zyklusbewusst zu leben beginnt immer mit Selbstannahme.
Akzeptanz des Zyklus in der Gesellschaft – wir sind noch lange nicht am Ziel
Zwar zeigen Studien, dass die gesellschaftliche Akzeptanz des weiblichen Zyklus und insbesondere der Menstruation langsam zunimmt – doch die Realität ist weiterhin ernüchternd, vor allem bei Männern. Laut Plan International denken mehr als 1 von 3 Jungen (37%), dass die Menstruation geheim gehalten werden sollte und vor allem unrein, schambehaftet und widerlich ist. Frauen hingegen sehen Menstruation häufiger als natürlichen Vorgang, erleben diesen aber in einem tabuisierten Umfeld. Das Ergebnis: Man akzeptiert den Zyklus rational – schämt sich aber emotional.
Eine aktuelle norwegische Querschnittsstudie mit 1.470 Frauen zwischen 18 und 50 Jahren hat genau diese Widersprüchlichkeit untersucht. Die Forscherinnen betrachteten Menstruation nicht eindimensional, sondern unterschieden drei Haltungen:
Diese Ambivalenz ist kein persönliches Versagen, sondern das Resultat einer Gesellschaft, die widersprüchliche Botschaften sendet: Der Zyklus ist normal, aber bitte leise, unsichtbar und ohne Schwankungen.
Zyklusakzeptanz als gesellschaftliche Notwendigkeit
Solange die Menstruation versteckt, verniedlicht oder der Zyklus ausschließlich medizinisch „reguliert“ wird, bleibt es für viele Frauen schwierig, eine positive Beziehung zu ihrem Zyklus zu entwickeln. Zyklusakzeptanz ist deshalb kein rein persönliches Thema, sondern ein strukturelles. Sie betrifft Bildung, Arbeitskultur, Gesundheitsversorgung und die Art, wie wir über Körper sprechen.
Eine Gesellschaft, die den weiblichen Zyklus akzeptiert, erlaubt Schwankungen. Sie erkennt an, dass Leistungsfähigkeit nicht linear verläuft, und dass zyklische Veränderungen kein Zeichen von Schwäche, sondern von Lebendigkeit sind. Eine zyklusfreundliche Gesellschaft feiert Unterschiede, statt sie zu glätten, und versteht Gleichberechtigung nicht als Gleichmacherei.
Fazit:
Quellen: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11060024/, https://plan-international.org/news/2022/05/25/new-survey-shows-deep-rooted-taboos-around-periods/,
Du möchtest mehr über den weiblichen Zyklus erfahren, deinen Körper unterstützen und deinen Hormonhaushalt in Balance bringen? Dann buche jetzt die on demand “zyklisch erfolgreich leben Masterclass” mit über 240 Minuten Zykluswissen in den Bereichen Ernährung, Training und Beruf.
Es erwarten dich wertvolle, wissenschaftlich fundierte Insights, praxisnahe Tipps und eine exklusive Q&A Sessions mit mir, in der wir über deinen Zyklus und deine Fragen sprechen.
